Börsenaufsicht Volkswagen und den ehemaligen Konzernchef Martin Winterkorn bereits wegen Betrugs von Investoren angeklagt, jetzt geht auch in Deutschland die juristische Aufarbeitung des Dieselskandals in eine neue Runde. Im Skandal um illegale Abschalteinrichtungen erhob die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anklage gegen den Ex-Konzernchef. Der zuständige Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe sprach von einem wichtigen Zwischenschritt.

Besonders schwerer Fall von Betrug

Die Klage richtet sich gegen fünf Führungskräfte, die “eine in einer einzigen strafbaren Handlung verwirklichte Mehrzahl von Straftatbeständen” begangen hätten. Dabei gehe es um einen besonders schweren Fall von Betrug sowie einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

Winterkorn wird zudem Untreue vorgehalten, weil er nach dem 25. April 2014 nach Kenntnis von rechtswidrigen Manipulationen an Diesel-Motoren diese nicht umgehend bekanntgegeben habe. Das zuständige Landgericht Braunschweig muss nun über die Zulassung der erhobenen Anklage entscheiden.

Winterkorn battle nach Bekanntwerden der millionenfachen Dieselmanipulation im September 2015 zurückgetreten.

Der Skandal um Millionen manipulierte Dieselmotoren kostete den Konzern schon quick 30 Milliarden Euro. Anleger, die sich zu spät über die Affäre informiert fühlen, klagen zudem im Musterverfahren in Braunschweig auf milliardenschweren Schadenersatz. Tausende von Diesel-Kunden wollen ebenfalls Geld sehen.

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