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Prozess gegen Drogenboss: “El Chapo” in allen Punkten schuldig – Information by Automobilnews.eu

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Prozess gegen Drogenboss: “El Chapo” in allen Punkten schuldig


Fünf Tage berieten die Geschworenen und entschieden dann: “El Chapo” ist schuldig in allen Anklagepunkten. Der Drogenboss soll nun bis zu seinem Tod ins Gefängnis – und tröstet seine Anwälte.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Schuldig in zehn von zehn Anklagepunkten. Als der Bundesrichter im Saal das Urteil der zwölf Geschworenen verkündet, sitzt Joaquín Guzmán – genannt “El Chapo”, der Kurze – regungslos da. Keine Miene verzieht er. Kurz darauf lächelt er seine Frau im Zuschauerraum an. Sie, die elf Wochen quick jeden Tag des Prozesses verfolgte, legt die Hand aufs Herz und lächelt zurück.

Sein Verteidiger Jeffrey Lichtman sagt später draußen: Guzmán sei ein Optimist, stets und immer – auch nach dem Schuldspruch. “Er hat uns getröstet, normalerweise ist es umgekehrt. Da trösten wir Klienten, die lebenslängliche Strafen bekommen. Er ist ein positiver Mensch”, sagt Lichtman über seinen Mandanten.

Meistgesuchter Verbrecher

Positiv vielleicht, aber eben auch der meistgesuchte Verbrecher der USA, der brutalste Boss eines Drogenkartells, ein Mörder, Schmuggler, Waffenhändler und jemand, der laut Anklage einst einen mexikanischen Präsidenten mit 100 Millionen Greenback bestach, um weiter hunderte Tonnen Drogen schmuggeln zu können.

Drogenfahnder Uttam Dhillon sagt, “El Chapo” sei für eine unglaubliche Zahl von Toten verantwortlich. Seine Drogen hätten so viele amerikanische Familien zerstört, nur aus Gier und Machtwillen.

Einstimmiges Urteil der Geschworenen

Über fünf Tage, 34 Stunden insgesamt, saßen die sieben Frauen und fünf Männer, die Geschworenen, hinter verschlossenen Türen. Sie berieten, ließen sich zum Erstaunen der Prozessbeobachter tausende Seiten Zeugenaussagen bringen, am Ende aber Einstimmigkeit: schuldig in allen zehn Anklagepunkten.

Das Strafmaß wird der Richter wohl erst im Juni verkünden. Lebenslang ohne vorzeitige Haftentlassung – das erwartet der Ankläger. “Eine Strafe, vor der er nicht fliehen kann und von der es keinen Weg zurück gibt”, sagt Bundesstaatsanwalt Richard Donoghue.

Guzmán soll im Gefängnis alt werden und sterben. Allerdings hat der Mann eine Geschichte. In Mexiko – vor seiner Auslieferung an die USA 2017 – floh er zwei Mal spektakulär aus der Haft. Die US-Behörden sind gewarnt. Auch deshalb wird er wohl nach der Urteilsverkündung in das sogenannte Alcatraz der Rockies verlegt, ein Hochsicherheitsgefängnis im Bundesstaat Colorado verlegt, der angeblich sicherste Knast der USA.

Gegner erschossen, lebendig begraben, gefoltert

Der Prozess hat laut Staatsanwalt mehr über das Vorgehen von Drogenkartellen offenbart als jedes andere Verfahren zuvor. Drogen hat Guzmán per U-Boot in die USA geschmuggelt. Gegner erschoss er auch eigenhändig, ließ sie ins Feuer werfen, halbtot, lebendig begraben, mit glühend heißen Dampfbügeleisen foltern.

All das hatten die Geschworenen von Zeugen gehört. Emily Palmer, Gerichtsreporterin der “New York Instances” sagt: Als der Leibwächter über Folter und Mord aussagte, waren die Geschworenen damals leichenblass, Journalisten hörten auf mitzuschreiben.

Die Anwälte Guzmáns kündigten Berufung an, verkündeten dramatisch, der Tag heute, sei sicher ein historischer Tag für die USA, aber man wolle weiterkämpfen – bis zum letzten Atemzug.

Drogenfahnder Uttam Dhillon aber spricht von einem Sieg der Gerechtigkeit und hat eine Botschaft an alle Drogenbosse: “Egal, wer ihr seid, wo ihr Euch aufhaltet, wie mächtig ihr werdet: Die Drogenfahnder suchen Euch und ihr werdet zur Rechenschaft gezogen.”

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