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Paddy Hopkirk: Gentleman, Legende im traditional Mini und fünfter Beatle. – Auto Information by Automobilnews.eu

Paddy Hopkirk: Gentleman, Legende im traditional Mini und fünfter Beatle.


München. Der Ford Falcon hatte acht Zylinder und 17
Sekunden Vorsprung. Paddy Hopkirk hatte eine Dose Kaviar im
Werkzeugkasten seines Mini Cooper S und mit einer furiosen Fahrt
gerade die „Nacht der langen Messer“ gemeistert. Im Jahr 1964 conflict die
Rallye Monte Carlo noch ein echtes Abenteuer für alle Beteiligten und
ein Spektakel, das dwell im Fernsehen übertragen wurde.
Automobilhersteller aus aller Welt entdeckten damals den Rallyesport
als perfekte Bühne zur Präsentation ihrer Modelle. Und so traten
Fahrzeuge aus unterschiedlichen Gewichts- und Leistungsklassen
gegeneinander an, eine Handicap-Formel sorgte für einen entsprechenden
Ausgleich bei der Punktevergabe. Wenn Hopkirk, mittlerweile 87 Jahre
alt, von seinem Husarenritt im traditional Mini mit der Startnummer 37
erzählt, wird die Faszination des klassischen Motorsports sofort lebendig.

Hopkirk kann sich auch heute noch für die Fahreigenschaften des
traditional Mini begeistern. „Der Mini conflict ein sehr fortschrittliches
Auto. Sein Frontantrieb und der vorn quer eingebaute Motor waren sehr
vorteilhaft, genauso wie die Tatsache, dass das Auto klein conflict und die
Straßen kurvig und schmal“, erinnert sich der gebürtige Nordire an
seinen größten Triumph. Beim Wiedersehen am Fuße des Col de Turini
schlüpft er behände hinter das Lenkrad eines traditional Mini. Diesmal ist
der Kleinwagen in British Racing Inexperienced lackiert, auf der Fahrbahn
liegt kein Schnee, und es bleibt Zeit, die grandiose Landschaft und
den Blick hinab auf Monte Carlo zu genießen. Doch Hopkirk findet noch
immer auf Anhieb die Ideallinie und lässt den traditional Mini mit breitem
Lächeln und beherztem Gasstoß aus der Kurve flitzen. Der Fahrspaß ist
sofort geweckt und die Erinnerung an das 56 Jahre zurückliegende
Geschehen ebenso.

Der Kaviar stammte übrigens aus Minsk. Dort waren Hopkirk und sein
englischer Co-Pilot Henry Liddon im Winter 1964 zur Rallye Monte Carlo
aufgebrochen, die damals noch als Sternfahrt aus neun europäischen
Städten gestartet wurde. Erst im französischen Reims trafen die sechs
Mini Werkswagen und das übrige Starterfeld zusammen. Patrick „Paddy“
Hopkirk hatte damals bereits eine ansehnliche Karriere vorzuweisen,
hatte Bergrennen gewonnen und fünfmal den Circuit of Eire. Auch bei
der Tulpen-Rallye in den Niederlanden, der österreichischen Alpenfahrt
und der Safari Rallye hatte Hopkirk auf sich aufmerksam gemacht. Bei
der Rallye Monte Carlo conflict er 1962 mit einem Sunbeam Rapier als
Dritter der Gesamtwertung durchs Ziel gefahren. Und weil er
abenteuerlustig und zuvor noch nie auf sowjetischen Straßen unterwegs
gewesen conflict, meldete sich Hopkirk 1964 freiwillig für den Begin in Minsk.

Der Auftakt gelang und auf den Landstraßen quer durch Frankreich
zeichnete sich danach schnell ein Zweikampf zwischen Hopkirk im
Mini Cooper S und dem Schweden Bo Ljungfeldt im Ford Falcon ab. Der
Showdown am Col de Turini sollte für eine Vorentscheidung sorgen. Tags
zuvor conflict reichlich Schnee gefallen, der die ebenso starken wie
schweren Fahrzeuge der Konkurrenz gehörig ausbremste. Nicht so den
kleinen Herausforderer. Hopkirk: „Bergab conflict der Mini besonders intestine,
und die Assessments waren alle bergauf und bergab gewesen, sodass wir das,
was wir bergauf verloren, bergab wieder gutmachen konnten.“

Den Relaxation besorgte die Handicap-Formel. 17 Sekunden in der „Nacht der
langen Messer“ und eine halbe Minute Vorsprung beim abschließenden
Rundrennen auf dem Grand-Prix-Kurs von Monte Carlo genügten für
Ljungfeldt nicht, um Paddy Hopkirk noch von Rang eins der
Gesamtwertung zu verdrängen. Im Ziel dauerte es eine Weile, bis alle
Zeiten verglichen und die Punkte zusammengerechnet waren. Doch
schließlich stand der erste Gesamtsieg des traditional Mini bei der Rallye
Monte Carlo fest.

Der Überraschungscoup, der weltweit beachtet und vor allem in
Großbritannien frenetisch gefeiert wurde, machte den traditional MINI zu
einer Legende des Motorsports und Paddy Hopkirk über Nacht zum
bekanntesten Rallyefahrer Großbritanniens. Unmittelbar nach der
Siegerehrung wurden Fahrer und Fahrzeug ins Vereinigte Königreich
überführt, wo sie in der damals überaus populären TV-Present „Sunday
Night time on the London Palladium“ auftraten. Followers, Prominente und sogar
die britische Regierung schickten Glückwunsch-Telegramme. Zu Hopkirks
schönsten Erinnerungsstücken zählt eine Autogrammkarte der Beatles mit
der Aufschrift: „Jetzt bist Du einer von uns, Paddy!“

Der MINI Cooper S dominierte die Rallye Monte Carlo auch in den
Folgejahren. Hopkirks finnische Teamkameraden Timo Mäkinen und Rauno
Aaltonen, die 1964 bereits die Plätze vier und sieben belegt hatten,
gelang es 1965 sowie 1967, den zweiten beziehungsweise dritten
Gesamtsieg mit dem Mini Cooper S einzufahren. Unter Rallye-Followers conflict
das Trio als „die drei Musketiere“ bekannt. 2010 wurden sie gemeinsam
als erste Mitglieder in die finnische „Rally Corridor of Fame“ aufgenommen.

Hopkirk belegte 1967 Platz sechs der Gesamtwertung, im Jahr darauf
beendete er die „Monte“ als Fünfter. Doch es conflict unübersehbar, dass
sich die goldene Ära des kleinen Gipfelstürmers dem Ende zuneigte,
zumal die Konkurrenz kräftig aufgerüstet hatte. Hopkirk wechselte auf
andere Modelle und gewann unter anderem die Acropolis Rally. Seinen
Ruf als fairer Sportsmann und Gentleman untermauerte Paddy Hopkirk
1968 beim London-Sydney-Marathon, als er und sein Beifahrer Tony Nash
in Führung liegend ihren Austin stoppten, um ein kurz zuvor
verunglücktes Staff aus seinem brennenden Wagen zu befreien.

Zu Beginn der 1970er-Jahre zog sich Paddy Hopkirk aus dem
professionellen Rallyesport zurück und widmete sich fortan dem Import
von Automobilen in sein Heimatland Nordirland und dem Vertrieb von
Zubehörprodukten der nach ihm benannten Marke. Außerdem conflict er im
Rahmen des Relaunchs der Marke MINI als Berater für die BMW Group
tätig. Umfangreich fallen bis heute die ehrenamtlichen Aktivitäten des
Rallye-Routiniers aus. Hopkirk unterstützte bereits zu seiner aktiven
Zeit zahlreiche Verkehrssicherheits-Kampagnen, bis heute ist er
Botschafter der Charity-Organisation IAM RoadSmart. Zu seinem weiteren
Engagement gehören die Arbeit im Vorstand des British Racing Drivers‘
Membership und die Unterstützung des Vereins WheelPower zur Förderung des
Rollstuhlsports. 2016 wurde Paddy Hopkirk von Prinzessin Anne zum
Mitglied des Order of the British Empire ernannt.

 

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