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Mit Gemüseläden gegen “Lebensmittel-Terror” | Regionen – Information by Automobilnews.eu

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Mit Gemüseläden gegen “Lebensmittel-Terror” | Regionen


Stand: 12.02.2019, 12:03 Uhr

Der Blick auf die Zwiebelpreise treibt vielen Türken Tränen in die Augen. Die Preise sind geradezu explodiert. Präsident Erdogan macht dafür die Einzelhändler verantwortlich. Um den “Lebensmittel-Terror” zu bekämpfen, öffnen türkische Behörden jetzt eigene billigere Gemüseläden.

Recep Tayyip Erdogan hat einen neuen Feind gefunden: die so genannten “Lebensmittel-Terroristen”. Die Einzelhändler hätten die Preise manipuliert und seien für die hohe Inflation verantwortlich, schimpfte der türkische Präsident auf einer Wahlkampf-Veranstaltung. Im Januar verteuerte sich Gemüse um rund 31 Prozent. Die Preise für Auberginen und Paprika stiegen um über 80 Prozent.

Im Kampf gegen die steigenden Lebensmittelpreise will die Regierung Obst und Gemüse zu niedrigen Preisen direkt an die Bürger verkaufen. Während einer Wahlkampfrede in Sivas in der Zentraltürkei sagte Präsident Erdogan, das Finanzministerium, das Handelsministerium und das Landwirtschaftsministerium hätten bereits begonnen. Wirtschaftsminister Berat Albayrak Medien erklärte: “Wir werden zusammen mit den Gemeinden Gemüse und Obst von der Quelle kaufen und in den Großstädten zum Einkaufspreis anbieten.”

Lange Warteschlangen vor den Verkaufsstellen

Vor den kommunalen Gemüsezelten in Istanbul und Ankara bildeten sich lange Warteschlangen. Laut dem Fernsehsender CNN Türk soll es in Istanbul 50 und in der Hauptstadt Ankara intestine 30 Verkaufsstellen geben. Viele Kunden stellten sich stundenlang an, um Grundnahrungsmittel zu erwerben.

Die Händler sehen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. In der vergangenen Woche hatten Medien berichtet, dass manche Händler inzwischen auf den Verkauf von Auberginen und Paprika verzichteten, weil sie zu teuer seien und keine Abnehmer fänden. Das Thema ist ein Politikum, denn am 31. März stehen in der Türkei Kommunalwahlen an.

Analysten zufolge könnten die schlechte wirtschaftliche Lage und die steigenden Preise der regierenden AK-Partei von Erdogan die Wahlergebnisse verhageln. Die Jahresteuerung lag jüngst bei 20,35 Prozent.

Händler sehen sich als Opfer

Die “Zwiebel-Krise” hatte die Erdogan-Regierung bereits im Dezember letzten Jahres auf den Plan gerufen. Die Behörden führten Razzien in Zwiebeldepots durch. Händler wurden beschuldigt, ihre Waren zu horten, um die Preise in die Höhe zu treiben.

Die Opposition reagierte mit Häme auf die Zwiebel-Razzien. Niemand glaube mehr das Märchen von einem Angriff fremder Mächte auf die türkische Wirtschaft, sagte der linke Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu. Deshalb habe die Regierung nun die “Zwiebel-Terror-Organisation” erfunden.

nb

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