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Jeder Tropfen zählt: BMW Group Werk Dingolfing schont wertvolle Wasserressourcen. – Auto Information by Automobilnews.eu

Jeder Tropfen zählt: BMW Group Werk Dingolfing schont wertvolle Wasserressourcen.


Dingolfing. Schon seit Jahrzehnten investiert das BMW
Group Werk Dingolfing kontinuierlich in eine wassersparende Technik –
ein achtsamer Umgang mit der kostbaren Ressource Wasser ist für den
Produktionsstandort eine Selbstverständlichkeit. So konnte der
Wasserverbrauch professional gefertigtem Fahrzeug in den letzten zehn Jahren
von 2,5 Kubikmetern im Jahr 2009 auf 1,81 Kubikmeter im Jahr 2019 um
knapp 30 Prozent vermindert werden. Im Industrievergleich ist das Werk
Dingolfing damit Benchmark – mit Abstand. Werkleiter Christoph
Schröder verdeutlicht: „Die BMW Group hat in den vergangenen
Jahrzehnten immer wieder klar ihre Vorreiterrolle in Sachen
Nachhaltigkeit gezeigt und rückt das Thema nun verstärkt ins Zentrum
der Unternehmensausrichtung. Natürlich leistet auch der Standort
Dingolfing mit zahlreichen Maßnahmen einen wichtigen Beitrag für das
Ziel, in der Fahrzeugproduktion stetig CO2 Emissionen zu reduzieren
sowie wertvolle Ressourcen noch nachhaltiger und effizienter zu
nutzen. Ganz gemäß dem Leitsatz ‚Kein Premium ohne Verantwortung‘.“
Ein aktuelles Beispiel: Mit dem Austausch der bestehenden Anlage zur
Abwasserbehandlung im Werk 02.10 durch eine hochmoderne
Reinigungsanlage mit angeschlossener Wasserwiederaufbereitung steht in
Sachen Wasser derzeit erneut eine große Optimierung auf der Agenda.



Standorteigene Brunnen schonen Trinkwasser

Wasser ist an den meisten Produktionsprozessen im Fahrzeugbau
beteiligt, sei es als Rohstoff, als Transportmedium, zum Kühlen oder
zum Waschen. Im BMW Group Werk Dingolfing wird ein Großteil des
Wassers für die Prozesse in der Lackiererei sowie für die
Energieversorgung benötigt. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre wird
das Wasser für die Fertigung hauptsächlich aus eigenen Brunnenanlagen,
die sich in den Werksteilen 02.40 und 02.10 befinden, bezogen. Weil es
sich bei dem Brunnenwasser um oberflächennahes Grundwasser handelt,
das nicht als Trinkwasser genutzt werden kann, werden so professional Jahr
knapp 300.000 Kubikmeter des regionalen Trinkwasserreservoirs
geschont. Das entspricht einer Wassermenge von 120 olympischen Schwimmbecken.



Verbrauch sinkt stetig

Aufgrund zunehmend effizienterer Prozesse in der Fertigung sinkt
zudem der Wasserverbrauch stetig. So konnte beispielsweise in der
Lackiererei durch verschiedene Maßnahmen die Wiederverwendungsquote
von Wasser gesteigert werden, wie der Anlagenverantwortliche Markus
Sextl verdeutlicht: „Eines der Projekte conflict die Zuführung weiterer
Abwasserströme in unsere Wasserrecyclinganlage, um den Einsatz von
Frischwasser und gleichzeitig das Abwasseraufkommen zu reduzieren.“
Dank der Optimierungen können heute in der Lackiererei rund 90.000
Kubikmeter Prozesswasser professional Jahr wiederverwendet werden.

Weitere Verbesserungen stehen bereits auf dem Plan. So wird die
neue, sich derzeit im Aufbau befindliche KTL (Kathodische
Tauchlackierung)-Anlage in der Lackiererei prozessinterne
Aufbereitungselemente erhalten, die es bislang nicht gab. „Durch
Membranfiltrationsverfahren wird das Wasser dann in der Anlage selbst
teilweise wiederverwendet. Das senkt noch einmal den Wasserverbrauch
und das Abwasseraufkommen“, betont Sextl.



Sauberes Abwasser dank moderner Technik

Nach Gebrauch wird das Prozesswasser sorgfältig gereinigt, bevor es
in die städtische Schmutzwasserkanalisation eingeleitet wird. Dass
dabei die vorgeschriebenen Grenzwerte sogar weit unterschritten
werden, dafür sind mehrere über den Standort verteilte Anlagen zur
Abwasserbehandlung verantwortlich. Im Juli 2017 ging im Werk 02.40
eine hochmoderne Abwasserbehandlungsanlage in Betrieb, die die
einzelnen Abwasserströme gezielt nach Artwork und Grad der Verschmutzung säubert.

Im Werk 02.10 wird das Abwasser nach der derzeitigen Erneuerung der
alten Abwasseranlage ebenfalls wesentlich gezielter gereinigt werden.
Darüber hinaus wird die neue Anlage zum ersten Mal Wasser
wiederaufbereiten. Etwa die Hälfte des behandelten Prozesswassers im
Werk 02.10 wird so einer zweiten Verwendung zugeführt. „Weil wir durch
die neue Chargenbehandlung im Vergleich zur jetzigen
Durchlauf-Abwasserreinigungsanlage zudem weniger Chemie benötigen,
fällt auch weniger Schlamm an, der als Sondermüll entsorgt werden
muss. Insgesamt rechnen wir dadurch mit einer Einsparung von 60 bis 70
Prozent an Chemikalien und Schlamm“, erklärt der
Projektverantwortliche Markus Fischer.

Voraussichtlich Ende 2021 werden die Umbauarbeiten parallel zum
laufenden Produktionsbetrieb abgeschlossen sein. Das
Investitionsvolumen des Projekts liegt bei rund acht Millionen Euro.
Im Zuge der Sanierung wird auch das Prozesslabor, das zur
Qualitätssicherung täglich unterschiedlichste Inhaltsstoffe
analysiert, auf den neuesten Stand der Technik gebracht.



Mit der Natur kühlen

Wertvolles Trinkwasser spart auch die revolutionary Grundwasserkühlung
der Schweißzangen im Karosseriebau ein. Denn im Vergleich zur
Alternativlösung mit klassischen Kühltürmen und Ventilatoren benötigt
die Grundwasserkühlung kein Wasser zur Verdunstung, weniger Strom und
erzeugt damit auch weniger CO2. Das Funktionsprinzip ähnelt
einer Grundwasserwärmepumpe, gekühlt wird im Durchlaufprinzip: Es wird
additionally kein Grundwasser verbraucht, sondern nur dessen Temperaturniveau genutzt.

Um mit der Natur zu kühlen, setzt der Standort Dingolfing auch
zunehmend auf Dachbegrünungen – mehrere neu entstandene Dachflächen
wurden bereits bepflanzt. Das erste große Gründach wurde im Frühling
auf dem Gebäude 33 im Südwesten des Werks 02.10 angelegt. Durch
Verdunstung im Sommer kühlt es die Halle, während es sie aufgrund
seiner Masse im Winter wärmedämmt. Außerdem bieten die Grünflächen
einen Lebensraum für Insekten und leisten bei Starkregen einen Beitrag
zum Hochwasserschutz für das Werk und die nähere Umgebung. „Die
Substratschicht ist in der Lage, 40 Liter Regen professional Quadratmeter
aufzunehmen. Die Vorteile sind so groß, dass schon in naher Zukunft
weitere Gründächer geplant sind – zusätzlich zu den ohnehin zahlreich
vorhandenen Versickerungsflächen“, so Hans-Peter Jahn, Leiter
Arbeitssicherheit, Ergonomie und Umweltschutz. Auf dem gesamten
Werksgelände verteilt befinden sich Rigolen, über die das Regenwasser
versickert und dem Grundwasser zugeführt wird, womit der natürliche
Wasserkreislauf ortsnah nachgebildet wird. Denn jeder Tropfen zählt.

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