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BMW Group beschleunigt CO2-Reduzierung mit Neuer Klasse und setzt konsequent auf Kreislaufwirtschaft – Auto Information by Automobilnews.eu

BMW Group beschleunigt CO2-Reduzierung mit Neuer Klasse und setzt konsequent auf Kreislaufwirtschaft



Zipse: „Verpflichten uns auf klaren Kurs für 1,5 Grad Ziel“
Mehr Klimaschutz auf der Straße: Bis 2030 weltweite CO2-Emissionen
professional Fahrzeug in Nutzungsphase halbieren
Mehr als 40 Prozent CO2 Reduzierung über Lebenszyklus
Zehn Millionen vollelektrische Fahrzeuge in zehn Jahren
Secondary first: Bis zu 50 Prozent Sekundärmaterialeinsatz geplant
– Initiativen zur Entwicklung der Märkte erforderlich
Kooperation mit BASF und ALBA zu Kunststoff-Recycling
Rohstoffknappheit und soziale Verantwortung: BMW Group setzt auf
Kreislaufwirtschaft für nachhaltige Materialien
RE:BMW – Round Financial system als Leitmotiv zur IAA Mobility
 

 

München. Die BMW Group erhöht im Kampf gegen den
Klimawandel die Schlagzahl: Mit der Einführung der Neuen Klasse
verschärft das Unternehmen seine im Sommer 2020 selbst gesteckten
Ziele zur deutlichen Senkung der CO2-Emissionen
nochmals und verpflichtet sich zudem auf einen Kurs, der dem
1,5 Grad Ziel zur Begrenzung der globalen Erwärmung
entspricht. Zusätzlich treibt die BMW Group mit der Neuen Klasse die
Nutzung von Sekundärmaterial sowie die Prinzipien
einer Kreislaufwirtschaft massiv voran und setzt sich
für bessere Rahmenbedingungen für den Aufbau eines Markts für
Sekundärmaterial ein.

 

Bei der beschleunigten CO2-Reduzierung liegt der
Fokus auf der Nutzungsphase der Fahrzeuge, die mit
mehr als 70 Prozent den bei weitem größten Anteil in der weltweiten
CO2-Bilanz der BMW Group ausmacht. Bis 2030 soll der
CO2 Ausstoß je Fahrzeug und gefahrenem Kilometer gegenüber dem Jahr
2019 nun mindestens halbiert werden.
Herstellerübergreifend am besten vergleichbar wird die Ambition im
Kampf gegen den Klimawandel beim Blick auf den gesamten
Lebenszyklus
eines Fahrzeugs inklusive Produktion und
vorgelagerter Lieferkette: Hier plant die BMW Group eine
Reduzierung der CO2 Emissionen je Fahrzeug um mindestens 40
Prozent.

 

„Der Umgang mit CO2-Emissionen ist zu einem zentralen
Bewertungsfaktor für unternehmerisches Handeln geworden. Dabei ist die
entscheidende Währung für den Klimaschutz: Wie stark können wir den
CO2-Abdruck von Fahrzeugen über ihren gesamten Lebenszyklus
verringern? Dazu setzen wir uns transparente und ambitionierte Ziele
zur substanziellen Reduzierung von CO2-Emissionen, die von der Science
Primarily based Targets Initiative validiert sind und einen wirksamen und
messbaren Beitrag liefern“, sagte der Vorsitzende des Vorstands der
BMW AG, Oliver
Zipse, am Donnerstag in München. „Mit der Neuen
Klasse verschärfen wir unseren Anspruch nochmal deutlich und
verpflichten uns außerdem zu einem klaren Kurs, um das 1,5 Grad Ziel einzuhalten.“

 

Dazu ist die BMW Group als erster deutscher Automobilhersteller der
Enterprise Ambition for 1,5°C der Science
Primarily based Targets Initiative
beigetreten und bekennt sich zu
dem Ziel einer vollständigen Klimaneutralität über die gesamte
Wertschöpfungskette bis spätestens 2050. Das Unternehmen ist damit
auch Teil der internationalen Race to Zero
Initiative.
Dabei ist das Unternehmen überzeugt, dass dieser
Pfad durch weitere technologische Innovationen und ohne das pauschale
Verbot einzelner Technologien eingehalten werden kann.

 

Der stärkste Treiber auf diesem Pfad zur Klimaneutralität ist der
Hochlauf der E-Mobilität, den die BMW Group mit der Einführung der
Neuen Klasse zusätzlich beschleunigt: In den nächsten rund zehn Jahren
wird das Unternehmen etwa zehn Millionen vollelektrische
Fahrzeuge
auf die Straße bringen. 2030
soll bereits mindestens die Hälfte des weltweiten
Absatzes der BMW Group aus vollelektrischen
Fahrzeugen
bestehen. Die Marke MINI wird
bereits Anfang der 2030er Jahre ausschließlich vollelektrische
Fahrzeuge
anbieten.

 

Für die Halbierung der weltweiten CO2 Emissionen in der Nutzungsphase
bis 2030 legt die BMW Group dabei unverändert die strengen
Kriterien
der Science Primarily based Targets Initiative an: So werden
bei der Berechnung die Emissionen aus der Kraftstoff- bzw.
Stromerzeugung mit eingeschlossen und für den Verbrauch wird der
WLTP-Zyklus samt einem pauschalen Aufschlag von zehn Prozent zugrunde
gelegt. Mit seiner Produkt- und Elektrifizierungsstrategie ist das
Unternehmen auch auf Kurs, um das EU-Flottenziel für 2030 zu erreichen.

 

Mehr als Grünstrom: Künftig stärkerer Fokus auf Rohstoff-Einsatz

 

Klimafreundliche Mobilität entsteht allerdings nicht automatisch
durch einen höheren Anteil an Elektrofahrzeugen auf der Straße.
Entscheidend ist es außerdem, den Einsatz von Primärmaterial und den
damit verbundenen umweltschädlichen Abbau von
Rohstoffen
und deren oftmals energie- und CO2-intensive
Verarbeitung zu reduzieren – gerade im Automobilbau als einer der
rohstoffintensivsten Industrien.

 

„2017 hat die Menschheit erstmals mehr als 100 Milliarden Tonnen
Rohstoffe binnen eines Jahres verbraucht – diesem Pattern müssen wir
auch in der Autoindustrie entgegenwirken“, forderte
Zipse. „Dabei geht es nicht nur um ökologische,
sondern auch um betriebswirtschaftliche Nachhaltigkeit – und damit um
eine strategische Dimension. Denn die aktuelle Entwicklung von
Rohstoffpreisen zeigt, mit welchen Auswirkungen eine Industrie rechnen
muss, die von begrenzten Ressourcen abhängig ist.“

 

Speziell mit einem wachsenden Anteil von batterieelektrisch
betriebenen Fahrzeugen steigt der Bedarf an zahlreichen
Rohstoffen wie etwa Kobalt, Nickel und Aluminium
für den
Hochvoltspeicher der Fahrzeuge. Gleichzeitig liegt hier ein großes
Potenzial, um die Materialien im Sinne einer Kreislaufwirtschaft
wiederzuverwenden – denn für Hochvoltspeicher hat die BMW Group mit
Partnern bereits eine technische Machbarkeit der Recycling Effizienz
von über 90 Prozent nachgewiesen.

 

Im Hochvoltspeicher des neuen BMW iX liegt der
Anteil von Sekundär-Nickel bereits bei bis zu 50
Prozent, beim Gehäuse beträgt der Anteil von
Sekundär-Aluminium bis zu 30 Prozent. Diese Werte
will die BMW Group für zukünftige Produktgenerationen nochmals
deutlich ausbauen.

 

Neben der Verfügbarkeit von Primärmaterial und steigenden
Rohstoffpreisen sprechen zahlreiche Aspekte der
Nachhaltigkeit
für einen verstärkten Einsatz von
Sekundärmaterial und die Entwicklung hin zu einer Kreislaufwirtschaft:

 

Die Bereitstellung von Sekundärmaterial ist deutlich
weniger CO2 intensiv als dies bei Primärmaterial
der Fall ist, was die CO2-Bilanz von Fahrzeugen speziell in der
Lieferkette deutlich verbessern kann. Bei Sekundär-Aluminium liegt die
CO2-Einsparung gegenüber Primärmaterial bei Faktor 4 bis 6, bezüglich
Stahl und Thermoplasten bei Faktor 2 bis 5.

 

Durch die Gewinnung von Rohstoffen für Primärmaterial – gerade im
Bergbau – wird die grundsätzliche Regenerationsfähigkeit von
Ökosystemen
entscheidend beeinträchtigt. Dieser Effekt kann
durch die steigende Verwendung von Sekundärmaterial deutlich
verringert werden.

 

Speziell sogenannte Konfliktmaterialien bergen das
Risiko, dass ihr Abbau und Handel oft mit Verstößen gegen Umwelt- und
Sozialstandards in Verbindung gebracht wird. Diesem Risiko tritt die
BMW Group mit zahlreichen Maßnahmen entgegen und ist unter anderem
Mitglied der Accountable Minerals Initiative. Die effizienteste
Strategie zur Risikovermeidung stellt aber der zunehmende
Verzicht auf einen Abbau solcher Primärmaterialien dar.

 

‚Secondary First‘: hoher Sekundäranteil bei wesentlichen
Fahrzeugmaterialien

 

Um die Aspekte einer gesamthaften Nachhaltigkeit zu berücksichtigen,
will die BMW Group den Anteil von Sekundärmaterial in ihren Fahrzeugen
perspektivisch deutlich erhöhen. Aktuell werden Fahrzeuge im
Durchschnitt zu knapp 30 Prozent aus recycelten und
wiederverwendeten Materialien gefertigt. Mit dem Ansatz
‚Secondary First‘ soll dieser Wert sukzessiv
auf 50 Prozent ausgebaut werden.

 

Dabei müssen Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit der Materialien
den gleichen hohen Anforderungen wie bei Primärmaterialien entsprechen
– und vor allem muss sich die Marktverfügbarkeit solcher qualitativ
hochwertigen Materialien noch signifikant entwickeln. Um die
strukturellen Rahmenbedingungen dafür zu verbessern, sind
industrieübergreifende Ansätze ebenso erforderlich wie politische Initiativen.

 

Basierend auf den vier Prinzipien Re:suppose, Re:duce, Re:use,
Re:cycle
treibt die BMW Group ihre Aktivitäten auf dem Gebiet
der Kreislaufwirtschaft gezielt voran und leistet in vielfältiger
Hinsicht Pionierarbeit: So werden in der Produktion wesentliche
Materialgruppen zunehmend sortenrein getrennt und recycelt, um sie im
Rahmen sogenannter ‚Closed Loops‘ für die Industrie wiederverwertbar
zu machen.

 

Kooperation mit BASF und ALBA Group

 

In der Lieferkette werden in Abhängigkeit von der jeweiligen
Marktverfügbarkeit mehr und mehr Sekundärmaterialien für den Einsatz
in Fahrzeugen der BMW Group erschlossen. Darüber hinaus setzt das
Unternehmen gemeinsam mit Partnern wichtige Impulse bei der
Weiterentwicklung von Sekundärmaterialien – etwa durch ein
Pilotprojekt mit BASF und der ALBA
Group
zum verstärkten Recycling von Automobil-Kunststoffen.

 

Ziel des Projekts ist es, den Materialeinsatz von Primär-Kunststoffen
über eine möglichst umfassende Kreislaufwirtschaft zu
verringern. Dafür analysiert die ALBA Group Altfahrzeuge der BMW Group
und prüft eine „car-to-car“ Wiederverwendung der verbauten
Kunststoffe. In einem zweiten Schritt bewertet BASF die Möglichkeiten
des chemischen Recyclings der vorsortierten Abfälle,
um Pyrolyseöl zu gewinnen. Dieses kann als Foundation für neue Produkte aus
Kunststoff verwendet werden. So könnten in Zukunft aus einer
ausgedienten Instrumententafel zum Beispiel eine neue Türverkleidung
oder andere Bauteile entstehen.

 

Closed Loop statt Downcycling: ‚Round Design‘ als Foundation für Kreislaufwirtschaft

 

Um höhere Recyclingquoten zu erreichen und dabei
eine hohe Qualität der Sekundärmaterialien zu
gewährleisten, müssen die Materialien bereits im
Recyclingprozess in sehr reiner Kind extrahiert
werden. Beispielsweise muss das Bordnetz einfach auszubauen sein, um
eine Vermischung des Stahls mit Kupfer aus dem Kabelbaum der Fahrzeuge
zu vermeiden. Sonst verliert der Sekundärstahl wesentliche
Materialeigenschaften und erfüllt nicht mehr die hohen
Sicherheitsanforderungen
der Automobilindustrie. Auch der
Einsatz von Monomaterialien – etwa im Innenraum –
muss deutlich erhöht werden, um eine größtmögliche Menge wieder in den
Wertstoffkreislauf überführen zu können. Grundsätzlich kann eine
Reduzierung der Anzahl der Materialien dazu beitragen, eine bessere
Qualität der recycelten Materialien zu ermöglichen. Derzeit bestehen
Fahrzeuge aus ca. 8.000 bis 10.000 unterschiedlichen Materialien.

 

Um diesen Anforderungen künftig noch stärker gerecht zu werden, setzt
die BMW Group auf das Konzept des ‚Round Design‘,
das auch die wirtschaftliche Demontagefähigkeit der
Fahrzeuge sicherstellen soll. Denn die Zerlegung des Fahrzeugs und der
einzelnen Komponenten muss schnell und kosteneffizient erfolgen
können, damit die Sekundärmaterialien am Markt auch
beim Preis wettbewerbsfähig sind. Die Voraussetzung
dafür muss bereits in der Konstruktion der Fahrzeuge
angelegt sein, indem Verbindungen so gestaltet sind, dass sie nach dem
Lebensende des Fahrzeugs wieder gelöst werden können und sich
unterschiedliche Materialien nicht miteinander vermischen.

 

RE:BMW auf der IAA Mobility – visionärer Ausblick zur Kreislaufwirtschaft

 

Die BMW Group macht die Round Financial system zu ihrem Leitmotiv der IAA
Mobility 2021 und wird dabei auch einen visionären Ausblick zu den
Potentialen der Kreislaufwirtschaft und der nachhaltigen Mobilität
geben: Der BMW i Imaginative and prescient Round verkörpert den
ambitionierten Anspruch des Unternehmens, der nachhaltigste Hersteller
für individuelle Premiummobilität zu sein.

 

Das Visionsfahrzeug, das nach den vier Prinzipien der
Kreislaufwirtschaft – Re:suppose, Re:duce, Re:use, Re:cycle – gestaltet
ist, gibt einen Ausblick darauf, wie individuelle, nachhaltige und
luxuriöse Mobilität im urbanen Umfeld im Jahr 2040 aussehen könnte:
erschaffen aus 100 Prozent Sekundärmaterial sowie nachwachsenden
Rohstoffen und zu 100 Prozent recyclingfähig.

 

Damit unterstreicht die BMW Group, dass Klimaschutz und individuelle
Mobilität kein Widerspruch sein müssen. Vielmehr kann die BMW Group
mit neuen Technologien, Innovationen und ihren modernen Fahrzeugen den
gesellschaftlichen Anforderungen nach mehr Nachhaltigkeit gerecht
werden, ohne dass die Kunden auf individuelle Mobilität verzichten müssen.

 

 

 

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